Ein schwungvoller Start in die Höhe

Guten Morgen, meine lieben Freunde des gepflegten Kuscheltier-Abenteuers! Hier spricht eure Viki, das reiselustigste Tenrek-Mädchen der Welt. Heute bin ich mit einem besonders kribbeligen Gefühl in meinen kleinen Pfötchen aufgewacht. Warum? Weil Salzburg einfach so viel zu bieten hat, dass mein kleines Plüschherz vor Aufregung fast aus dem Rucksack gehüpft wäre. Nachdem wir uns beim Frühstück ordentlich gestärkt hatten – wobei ich natürlich nur die imaginären Krümel und ganz viel Liebe abgestaubt habe –, machten wir uns auf den Weg. Unser Ziel thronte majestätisch über der Stadt: die Festung Hohensalzburg.

Man muss wissen, diese Festung ist nicht einfach nur ein alter Steinhaufen. Sie ist eine der größten mittelalterlichen Burganlagen Europas und wurde bereits im Jahr 1077 vom Erzbischof Gebhard erbaut. Stellt euch das mal vor! So viele Jahre Geschichte in diesen dicken Mauern. Da wir Tenreks zwar flink, aber bei steilen Bergen doch eher für das Getragenwerden gemacht sind, nahmen wir die Festungsbahn. Das ist eine Standseilbahn, die einen in einer unglaublichen Geschwindigkeit den Berg hinaufkatapultiert. Während Mama und Papa aus dem Fenster starrten, versuchte ich, meine Nase ganz fest an den Rucksackstoff zu drücken, um alles zu sehen. Oben angekommen, fühlten wir uns erst einmal wie echte Schlossherren, auch wenn wir uns kurz orientieren mussten, wo wir eigentlich zuerst hinwollten. Die Anlage ist nämlich riesig!

Prunkvolle Zimmer und ein stilles Örtchen mit Aussicht

Wir entschieden uns für die Rundtour durch das Festungsmuseum. Es war absolut faszinierend zu sehen, wie die Festung über die Jahrhunderte immer weiter ausgebaut wurde. Überall hingen Karten und Modelle, die zeigten, welche kirchlichen Oberhäupter hier das Sagen hatten. In Salzburg waren die Erzbischöfe nämlich nicht nur geistliche Führer, sondern auch weltliche Herrscher – quasi Fürsten mit dem Segen von ganz oben.

Besonders angetan hatten es uns die Fürstenzimmer. Mama war so begeistert von der Ausstattung, dass sie am liebsten sofort dort eingezogen wäre. Die Wände waren mit prächtigen Schnitzereien und Gold verziert. Ich kann sie verstehen, als Tenrek-Prinzessin würde ich mich dort auch wohlfühlen, solange mein Bettchen weich genug ist. Ein kleiner Wermutstropfen war allerdings, dass die Bibliothek verschlossen war. Mama war sichtlich enttäuscht, denn sie liebt alte Bücher fast so sehr wie ich meine Abenteuer. Aber der Rest der Räume entschädigte uns vollkommen.

Ein absolutes Highlight für meinen Humor war das mittelalterliche Plumpsklo. Ja, ihr habt richtig gehört! Das war eine Konstruktion, die ein eigenes Loch in der dicken Festungswand hatte. Ich musste so kichern bei der Vorstellung, dass die Ritter von damals beim Erledigen ihres Geschäfts die Aussicht über das Salzburger Land genossen haben. Ob sie dabei auch über die Verteidigung der Burg nachgedacht haben? Man weiß es nicht. Der zweite Teil der Rundtour führte uns tiefer in die Militärgeschichte. Überall gab es Rüstungen, Waffen und alte Kanonen zu bestaunen. Es ist schon beeindruckend, wie gut sich die Menschen damals vor Eindringlingen geschützt haben.

Von Marionetten und schwindelerregenden Treppen

 

Nach so viel Rittertum konnten wir das Marionettenmuseum natürlich nicht links liegen lassen. Ich hatte mir ja ein riesiges Labyrinth aus Puppen vorgestellt, war dann aber zusammen mit meinen Zweibeinern ein wenig enttäuscht, dass es sich nur um einen einzigen großen Raum handelte. Aber Qualität geht ja vor Quantität! Im Fokus standen Szenen aus Mozarts berühmter Oper Die Zauberflöte. Die kleinen Figuren sahen fast so aus, als könnten sie jeden Moment anfangen zu tanzen. Auch der dramatische Brand im Salzburger Dom wurde dort mit Marionetten dargestellt. Es ist eine ganz eigene Kunstform, diese Puppen so lebendig wirken zu lassen.

Dann wurde es sportlich – zumindest für Papa, der mich trug. Die Panorama-Tour stand an. Um auf einen der hohen Festungstürme zu gelangen, mussten wir eine scheinbar endlose Wendeltreppe hinaufsteigen. Runde um Runde ging es nach oben. Ich sag euch, mir dreht sich jetzt noch der Kopf, wenn ich nur daran denke! Es fühlte sich an wie in einer Waschmaschine, nur ohne Wasser und Seife. Aber die Mühe hat sich gelohnt. Oben angekommen, breitete sich Salzburg vor uns aus wie ein riesiger Spielteppich. Die Kirchtürme, die Salzach, die kleinen Häuschen – alles lag uns zu Füßen. Schade war nur, dass Petrus heute nicht so gut gelaunt war wie an den Tagen zuvor. Der Himmel war grau und wolkenverhangen, aber das konnte unsere Abenteuerlust nicht bremsen.

Da wir noch so viel auf dem Zettel hatten, besuchten wir das Zeughaus nur ganz kurz. Es gab dort so viele alte Gegenstände und Vorräte zu sehen, aber die Dinosaurier im Haus der Natur riefen bereits nach uns!

Dinosaurier, Edelsteine und das Universum

Einmal quer durch die Salzburger Innenstadt gehetzt – was gar nicht so einfach ist, wenn man ständig an Schaufenstern mit Schokolade hängen bleibt – kamen wir im Haus der Natur an. Ich war sofort im Entdeckermodus! Unser erster Stopp war bei den Dinosauriern. Die waren riesig! Ich bin zwar ein tapferes Tenrek, aber neben einem lebensgroßen T-Rex fühle ich mich dann doch eher wie ein winziges Staubkorn.

Danach gingen wir ins Aquarium. Es war wunderschön, die bunten Fische durch das Wasser gleiten zu sehen. Aber dann passierte etwas, das mich richtig traurig gemacht hat. Da waren so viele Kinder, die ständig mit ihren Händen gegen die Glasscheiben geklopft haben. Wisst ihr, wie laut das für die armen Fische ist? Das macht man doch nicht! Ich hätte am liebsten meine Stacheln aufgestellt und mal kurz laut „Pst!“ gesagt, aber ich bin ja ein wohlerzogenes Plüschtier. Wir sollten alle Lebewesen mit Respekt behandeln, egal ob sie Schuppen, Fell oder Plüsch haben.

In der Mineralienabteilung passierte dann etwas Merkwürdiges. Mama, die sonst eher die Ruhe selbst ist, war plötzlich völlig aus dem Häuschen. Überall glitzerte und funkelte es. Es gab Bergkristalle, Amethyste und Edelsteine in allen Farben des Regenbogens. Plötzlich hat Mama sogar mehr Fotos gemacht als Papa! Ich glaube, sie hat in jedem Stein einen neuen Schatz gesehen. Nach einer gefühlten Ewigkeit zwischen den Klunkern zogen wir weiter ins Science Center und zur Mars-Sonderausstellung. Das war vielleicht lustig! Papa hat sich auf einer speziellen Waage gewogen, die anzeigt, wie viel man auf dem Mond wiegen würde. Er sah richtig glücklich aus, als die Zahl dort viel kleiner war als zu Hause auf der Badezimmerwaage. Vielleicht sollten wir alle auf den Mond ziehen?

Ein Treffen mit der Verwandtschaft und gruselige Begegnungen

Nach dem Ausflug ins Weltall kehrten wir zurück zur heimischen Tierwelt. Und da geschah es: Ich sah einen Artgenossen! Na ja, fast. Es war ein Igel. Da Tenreks und Igel sich ja optisch doch sehr ähnlich sehen (auch wenn wir Tenreks natürlich viel exotischer sind), habe ich ihn ganz lieb gegrüßt. Er war zwar nur ein Präparat, aber ich habe ihm trotzdem von meinen Reisen erzählt.

Bei den Reptilien nebenan gab es dann noch viel mehr zu entdecken: schillernde Echsen, lange Schlangen und krabbelnde Insekten. Die Schmetterlinge waren wunderschön, auch wenn es schade war, dass sie alle nur noch als Ausstellungsstücke dort hingen. Aber wir konnten eine riesige, echte Biene beobachten, wie sie fleißig Nektar schlürfte. Das sah nach harter Arbeit aus!

Besonders beeindruckend waren die ausgestorbenen Tiere. Ein riesiges Wollhaarnashorn und ein Mammut in Lebensgröße standen vor uns. Wenn ich mir vorstelle, dass diese Giganten früher hier herumgelaufen sind, bekomme ich direkt Gänsehaut unter meinem Fell. Die Urzeitmenschen daneben sahen auch lustig aus – einige von ihnen waren sogar richtig klein, fast so wie ich, wenn ich mich ganz groß mache.

Zum Schluss wagten wir uns noch ins Gruselkabinett. Puh, die Menschen haben wirklich eine seltsame Fantasie! Da hingen gruselige Masken an der Wand, ein Yeti starrte uns an und es gab sogar einen Mosaik-Drachen und einen Zyklopen. Das war mir fast ein bisschen zu unheimlich, aber ich hatte ja Mama und Papa dabei. Und dann passierte das Beste: Ich habe Günter kennengelernt! Günter ist ein Kurzschnabeligel (ein Ameisenigel), und ich bin mir sicher, dass er mit seiner langen Nase Süßigkeiten auf kilometerweite Entfernung erschnüffeln kann. Er sah sehr weise aus, und ich habe ihn sofort in mein Herz geschlossen.

Kunst, Orgeln und heilige Schätze

Nachdem wir genug Natur bestaunt hatten und noch an unzähligen Schaufenstern vorbeigeschlendert waren, wurde es Zeit für etwas Kultur und Religion. Wir steuerten das Domquartier an. Ich sag es euch gleich: Es gab wieder Treppen. Aber zum Glück habe ich ja mein persönliches Taxi (Papa) und musste die Stufen nicht selbst erklimmen. Hihi, das ist der Vorteil des Tenrek-Daseins!

Nach dem Aufstieg landeten wir in einer fantastischen Bildergalerie. Ich war so erleichtert! Nach unserem eher... sagen wir mal „speziellen“ Besuch im Museum der Moderne, habe ich hier endlich echte Kunst gesehen, die mir gefallen hat. Wunderschöne Landschaftsbilder, auf denen man fast den Wind in den Bäumen spüren konnte, und beeindruckende Porträts von Menschen aus längst vergangenen Zeiten.

Ein besonderer Moment war der Gang über die Empore des Doms. Von dort oben konnten wir die gewaltige Orgel sehen. Wusstet ihr, dass der Salzburger Dom insgesamt sieben Orgeln hat? Das ist Weltklasse! Man hat uns erzählt, dass geplant ist, an Weihnachten alle sieben Orgeln gleichzeitig spielen zu lassen. Das muss ein Sound sein, der einen direkt vom Rucksack fegt! Danach schauten wir uns noch den Bereich mit den religiösen Utensilien an. Es gab goldene Monstanzen, Heiligenstatuen und kostbare Kreuze. Alles glänzte so sehr, dass ich fast meine Sonnenbrille gebraucht hätte.

Ein hungriger Abschluss und der Ruf des Bettes

Der Tag war lang und meine kleinen Pfötchen – und Papas Beine – waren müde. Zum Abschluss des Tages gingen wir essen. Papa hatte eine grandiose Idee: Er überredete Mama, sich einen saftigen Burger und knusprige Zwiebelringe zu teilen. Ich kann euch sagen, das roch so unglaublich gut! Aber wisst ihr, was das Schlimmste war? Die beiden haben mich im Rucksack vergessen! Ich habe versucht, mich gaaaanz lang zu machen, den Hals zu recken und über die Kante zu schauen, aber keine Chance. Ich kam einfach nicht auf die Tischplatte, um auch mal zu probieren. Ein Skandal, sag ich euch!

Danach machten wir uns auf den Rückweg über die Salzach. Wir kamen am Wohnhaus von Mozart vorbei, das direkt gegenüber von einem Restaurant liegt, das Bowls anbietet. Da Mama und Papa vom Burger wohl noch nicht ganz satt waren, haben sie sich dort jeweils noch eine Bowl gegönnt. Ich habe die Zeit genutzt, um schon mal ein wenig zu dösen.

Als wir endlich wieder im Quartier ankamen, war ich einfach nur froh, in mein weiches Bettchen schlüpfen zu können. Salzburg ist zwar wunderschön und voller Abenteuer, aber so ein Tenrek-Tag kann ganz schön anstrengend sein. Ich träume jetzt von Günter dem Ameisenigel und den sieben Orgeln, die nur für mich spielen.

Was wohl morgen auf uns wartet? Vielleicht begegnen wir ja einem echten Schlossgespenst oder finden den ultimativen Vorrat an Tenrek-Leckereien?