Ein flauschiger Start in den Sonntag
Hallo meine allerliebsten, flauschigsten und absolut besten Fäns da draußen! Hier ist wieder eure Klein Viki, die mutigste und reiselustigste Tenrek-Dame, die ihr euch nur vorstellen könnt. Ich hoffe, ihr habt eure Pfötchen heute schon gestreckt, denn ich habe euch eine Geschichte mitzubringen, die so voller Abenteuer, Maibäume und Speck duftet, dass euch die Schnurrhaare zittern werden!

Der heutige Sonntag begann genau so, wie ein perfekter Tag für ein kleines Stofftier-Tenrek beginnen sollte: Mit dem herrlichen Duft von frisch gebrühtem Kaffee, der durch das Haus zog. Während die Großen – also Mama und Papa – noch gemütlich bei ihrer Kaffeerunde saßen und Pläne schmiedeten, haben mein Bruder mini Christopher und ich schon mal unsere kleinen Rucksäcke im Geiste gepackt. Mini Christopher war heute besonders aufgeregt. Er ist ja manchmal ein kleiner Hektiker, aber an so sonnigen Tagen wie heute gibt es für ihn kein Halten mehr.
Wir haben beschlossen, dass es mal wieder Zeit für einen Besuch bei der Kreuzkapelle ist. Die Kreuzkapelle ist für uns Tenreks fast so etwas wie ein kleiner Mount Everest, nur mit schönerer Aussicht und weniger Eis. Aber bevor wir auch nur einen Schritt vor die Tür setzen konnten, musste die wichtigste Frage aller Zeiten geklärt werden: Der Proviant. Ein Tenrek auf Wanderschaft braucht Energie, sonst werden die Beinchen schwer und die Laune sinkt unter den Teppichrand. Verhungern war absolut ausgeschlossen, das stand fest auf unserem Einsatzplan!
Die Kunst des Rucksackpackens
Papa holte den großen Wanderrucksack hervor, und ich sage euch, das war wie ein Puzzle für Profis. Zuerst wanderte der herzhafte Speck hinein – hmmm, dieser rauchige Duft ist einfach göttlich! Dann folgte ein ordentliches Stück Käse, so gelb wie die Sonne, die draußen schon lachte. Und natürlich durften die Briegel nicht fehlen. Wisst ihr, was Briegel sind? Das sind diese herrlich knusprigen, schwäbischen Gebäckstangen mit Salz und Kümmel oben drauf. Die sind so stabil, dass man sie fast als Wanderstöcke benutzen könnte, aber sie schmecken viel besser.

Damit wir nicht austrocknen wie eine alte Socke, kam noch eine Flasche mit Wasser mit, das nach Wassermelone schmeckt. Wassermelone im Wasser! Das ist fast so, als würde man flüssigen Sommer trinken. Mein Bruder mini Christopher hat sich die ganze Sache ganz genau angeschaut. Er hat nämlich ein kleines Problem: Sein Bäuchlein ist in letzter Zeit ein ganz kleines bisschen gewachsen. Er sagt immer, das sei nur zusätzliche Flauschigkeit für den Winter, aber beim Einsteigen in den Rucksack wurde es kritisch. Er hat sich mit aller Kraft in die Seitentasche gezwängt. Es hat ein bisschen geraschelt und geploppt, aber dann saß er fest wie eine Zecke, nur viel niedlicher natürlich.
Ich selbst habe mir meine schickste Sonnenbrille auf die Nase gesetzt – Sicherheit geht vor, schließlich wollte ich von der strahlenden Frühlingssonne nicht geblendet werden – und dann ging es los. Wir sind in Richtung Kreuzkapelle gestapft, die Wanderschuhe fest geschnürt (auch wenn meine Füße ja eigentlich nur aus weichem Stoff bestehen).
Der Maibaum-Widerstand von Gosbach
Unser Weg führte uns zuerst durch Gosbach, und was wir dort sahen, war wirklich außergewöhnlich. Ihr wisst ja, im Mai stehen überall diese prächtigen, hohen Maibäume. Aber in Gosbach war dieses Jahr alles anders. Wir trafen auf den ersten Maibaum des Tages. Er war... nun ja, sagen wir mal, er war ein Maibaum im Taschenformat. Er war nur halb so groß wie sonst!

Ich habe meine kleinen Öhrchen gespitzt, um herauszufinden, was da los war. Es stellte sich heraus, dass die 'Oihoimische' aus Gosbach ein echtes Statement setzen wollten. Sie haben diesen kleinen Baum aus purem Protest aufgestellt! Stellt euch vor, die ganze Bürokratie mit Straßensperrungen und Umleitungen für den Busverkehr, der eh nur einmal pro Stunde kommt, war ihnen einfach zu viel. Da haben sie sich gedacht: Wenn die Verwaltung uns das Leben schwer macht, machen wir den Baum eben kurz! Dahinter hatten sie sogar Infotafeln aufgebaut, um jedem zu erklären, warum der Baum dieses Jahr eher ein Bäumchen ist. Ich fand das extrem mutig von den Gosbachern. Ein Tenrek versteht das – wir sind ja auch klein, aber oho!
Nachdem wir diesen revolutionären Baum ausgiebig begutachtet hatten, machte Mama noch eine kurze Bücherschau in einem dieser süßen kleinen Bücherschränke am Wegesrand. Man weiß ja nie, ob man auf dem Gipfel nicht Lust auf ein bisschen Weltliteratur bekommt. Nur ein paar Meter weiter stießen wir dann auch schon auf den zweiten Maibaum. Dieser gehörte zum Gasthof Hirsch. Er war deutlich traditioneller, ragte hoch in den blauen Himmel, aber der Wind pfiff heute ganz ordentlich. Der arme Baum schaukelte so stark hin und her, dass mir beim Zuschauen fast ein bisschen schwindelig wurde. Mini Christopher aus seiner Seitentasche rief nur: Ohje, hoffentlich hält der Hirsch seinen Baum fest!
Die Begegnung mit den Mecker-Monstern
Dann begann der eigentliche Teil des Abenteuers: Der Aufstieg. Die Kreuzkapelle thront hoch oben, und der Weg dorthin führt steil bergauf. Am Anfang waren meine Schritte noch groß und voller Elan. Ich bin förmlich gehüpft! Aber ich muss ehrlich zu euch sein: Je weiter es nach oben ging, desto kleiner wurden meine Schritte. Die Sonne brannte mit angenehmen 23 Grad Celsius auf uns herab, was wirklich wunderschön war, aber die Steigung war gnadenlos. Wir haben die Wärme der Sonne genossen, während wir uns langsam den Berg hinaufgearbeitet haben.

Auf halbem Weg passierte es dann. Plötzlich standen wir vor einer Gruppe von Ziegen. Und ich sage euch, diese Ziegen waren extrem neugierig! Sobald sie uns sahen, dachten sie wohl: Prima, da kommt der Lieferservice! Sie kamen alle ganz nah an den Zaun heran, ihre kleinen Nasen zuckten und sie meckerten uns erwartungsvoll an. Ich muss gestehen, für einen Moment bekam ich es mit der Angst zu tun. Die waren ja viel größer als ein Tenrek! Ich habe mich ganz fest an Mamas Riemen geklammert. Aber Mama und Papa blieben völlig cool. Sie ließen sich von den meckernden Riesen überhaupt nicht beeindrucken. Also nahm ich all meinen Mut zusammen, rückte meine Sonnenbrille zurecht und stand meinen kleinen Kuschelfreund-Mann. Ich habe die Ziegen einfach streng angeschaut, bis sie verstanden haben, dass unser Speck und Käse nur für uns bestimmt war.
Das Gipfel-Glück und die Hähnchen-Theorie
Um nicht zu überhitzen, haben wir immer mal wieder kleine Schattenpäuschen unter den großen, grünen Bäumen eingelegt. Das war herrlich kühl und wir konnten kurz verschnaufen. Und dann – hups! – waren wir plötzlich schon oben. Das Plateau der Kreuzkapelle ist einfach traumhaft. Es gab dort eine wunderschöne Blumenwiese, die in allen Farben leuchtete. Es summte und brummte überall, und der Duft von frischem Gras lag in der Luft.

Und wisst ihr was? Da stand er: Maibaum Nummer drei! Die 'Oihoimische' hatten auch hier oben einen kleineren Maibaum aufgestellt. Es war, als hätten sie den Berg mit ihren Maibäumen markiert. Direkt vor dem Abhang gab es eine wunderbare, breite Holzliege. Mama und Papa haben sich sofort darauf platziert, um die Sonne in vollen Zügen zu genießen. Es war die perfekte Belohnung für den anstrengenden Aufstieg.
Nach ein paar Minuten der Erholung kam endlich der Moment, auf den wir alle gewartet hatten: Das Picknick! Papa hat den Speck und den Käse ausgepackt und alles in ganz feine, mundgerechte Stücke zerteilt. Das war so lieb von ihm! So konnte auch ein kleiner Tenrek wie ich seinen Mund ordentlich füllen, ohne dass etwas daneben ging. Aber ich wäre ja nicht Klein Viki, wenn ich nicht auch etwas beizutragen hätte. Ich habe meine Geheimration Gummibärchen hervorgeholt und zur Verfügung gestellt. Ein guter Kuschelfreund hat nämlich für Notfälle immer ein Päckchen Gummibärchen in der Nähe seiner Flauschfüllung versteckt.

Während wir dort so saßen und schlemmten, passierte etwas Lustiges. Papa lag in der prallen Sonne und sagte, er wolle aussehen wie ein großes, knusprig gebratenes Hähnchen. Er wollte wohl so richtig schön braun werden. Mama hingegen war da ganz anderer Meinung. Sie wollte auf keinen Fall länger in der Sonne schmoren. Sie sagte, sie möchte ihren Mozzarella-Teint behalten. Ich fand das sehr vernünftig – Mozzarella ist schließlich sehr lecker und sieht immer frisch aus!
Ein Gruß in die Ferne
Bevor wir uns wieder an den Abstieg machten, bin ich ganz nah an den Rand des Plateaus gewandert (natürlich nur so weit, wie Mama es erlaubt hat). Von dort oben hat man eine gigantische Aussicht über das Filstal. Und stellt euch vor: Man konnte von dort oben sogar unser Haus in der Ferne sehen! Es sah aus wie ein kleiner Spielzeugstein. Ich habe ganz wild mit meinen Pfötchen gewunken, um den restlichen Kuschelfreunden, die zu Hause geblieben waren, ein Signal zu geben. Das ist bei uns nämlich Gesetz: Wenn man von weitem das Zuhause sieht, muss man grüßen. Sonst gibt es immer Ärger und lange Gesichter, wenn man heimkommt und nicht Hallo gesagt hat.
Der Abstieg ging dann erstaunlicherweise viel schneller als der Aufstieg. Es ist schon komisch, oder? Runterwärts fühlt es sich fast so an, als würde man fliegen, während man beim Raufgehen denkt, man hätte Bleigewichte in den Pfoten. Mini Christopher hat in seiner Seitentasche sogar ein kleines Nickerchen gemacht, während wir den Berg hinuntergehüpft sind.
Jetzt bin ich wieder sicher zu Hause gelandet und entspanne mich erst mal bei einem kühlen Getränk. Meine Füßchen müssen sich von der großen Wanderung erholen, aber mein Herz ist ganz voll von den Erlebnissen des Tages. Drei Maibäume an einem Tag – das muss uns erst mal einer nachmachen!
Ich hoffe, mein kleiner Bericht hat euch gefallen und ihr seid beim nächsten Mal wieder mit dabei, wenn es heißt: Klein Viki auf großer Tour!
Habt ihr auch schon mal einen Maibaum gesehen, der aus Protest kleiner war, oder seid ihr eher Team Riesener-Baum? Und wo soll meine nächste Reise hingehen?