Der Abschied von Salzburg und das große Koffer-Abenteuer
Hallo, ihr lieben Entdecker und Abenteuersucher da draußen. Hier spricht wieder eure Klein Viki. Heute muss ich euch von einem Tag berichten, der mein kleines Tenrek-Herz erst ein bisschen schwer und dann ganz schön flatterig vor lauter Aufregung gemacht hat. Der vierte Tag unserer Reise war nämlich der Tag der Heimreise. Aber glaubt ja nicht, dass wir einfach nur brav im Auto gesessen und Löcher in die Luft geguckt haben. Nein, bei uns gibt es keine langweiligen Autobahnfahrten ohne ein ordentliches Abschlussfeuerwerk an Erlebnissen.

Alles begann mit einem Frühstück im Hotel, das so herrlich duftete, dass meine feine Tenrek-Nase gar nicht wusste, wo sie zuerst hinschnuppern sollte. Es gab alles, was das Herz begehrt, und ich habe mir den Bauch so richtig vollgeschlagen. Man weiß ja nie, wann man als kleiner Reise-Tenrek wieder so ein Buffet bekommt. Mein Bruder, der mini Christopher, saß direkt neben mir und wir haben um die Wette gemampft. Aber dann kam der Teil, den ich am wenigsten mag: Das große Einpacken.
Mama und Papa fingen an, alles in die Koffer zu stopfen. Und wenn ich sage alles, dann meine ich auch uns. Wir, das ist die hochoffizielle Truppe der Kuschelfreunde. Tagsüber haben wir die wichtige Aufgabe, auf die Hotelbetten aufzupassen, damit sich dort keine unsichtbaren Krümelmonster breitmachen. Wir wurden also alle vorsichtig zusammengesucht und im Auto verstaut. Eigentlich wollte ich Salzburg gar nicht verlassen. Die Stadt ist so schön, die Häuser sehen aus wie aus Zuckerguß und es gibt so viele Ecken, die ich noch nicht mit meinen Pfötchen erkundet habe.

Aber Papa hatte ein verdächtiges Funkeln in den Augen und versprach uns eine echte Bootsfahrt. Stellt euch das mal vor. Wasser. Viel Wasser. Bisher kannte ich Wasser nur aus kleinen Pfützen, in die ich mit Vorliebe hineinhüpfe. Aber ein ganzer See? Ich war so aufgeregt, dass meine Stacheln ganz kribbelig wurden und ich vor Vorfreude im Auto hin und her gehüpft bin.
Landratten auf hoher See: Von Prien zur Herreninsel
Wir düsten also los in Richtung Chiemsee. Das Wetter war ein absoluter Traum, der Himmel war so blau wie ein frisch gewaschenes Tenrek-Bäuchlein. Die Sonne kitzelte mich an der Nase und die Vorfreude im Auto war fast mit den Pfötchen greifbar. Nach einer kurzen Fahrt erreichten wir Prien am Chiemsee. Aber oh weh, der Start war etwas holprig. Papa suchte nämlich verzweifelt nach einem Laden, der uns Tickets für die Fähre verkauft. Er lief hin und her, und ich schwöre euch, ich konnte fast sehen, wie seine Haare vor lauter Sucherei dünner wurden.

Ich habe ihm ganz leise zugeflüstert: Alles wird gut, Papa, wir finden schon einen Weg. Schließlich sind wir ja ein Team. Und siehe da: Die Rettung nahte direkt auf der Fähre. Man konnte die Fahrkarten ganz unkompliziert beim Einsteigen kaufen. Krisenmanagement auf Tenrek-Art.
Dann ging es endlich los. Die Fähre legte ab und wir schipperten über das bayerische Meer. Der Wind pfiff uns um die Ohren und wirbelte mein Fell ordentlich durcheinander. Mini Christopher und ich hielten uns gut fest. Wir steuerten direkt auf das Fantasieschloss von König Ludwig II. zu. Papa hat uns erklärt, dass dieser König ein riesiger Fan von einem Schloss namens Versailles in Frankreich war. Er wollte das unbedingt auf dieser Insel nachbauen.
Gruselige Geschichten und der Winterschlaf des Schlosses
Da Papa schon im Jahr 2024 einmal hier war, kannte er sich super aus. Aber dann wurde es plötzlich gruselig. Er fing an, uns Geschichten über die Inselbewohner im Sommer zu erzählen: Die menschenfressenden Stechmücken. Er meinte, die wären so riesig, dass sie einen kleinen Tenrek wie mich mit einem einzigen Happs verspeisen könnten. Da war es mit meiner Tapferkeit vorbei. Ich habe mich ganz tief in Mamas Tasche vergraben und nur noch mit einem Auge herausgeblinzelt.

Als wir uns dem Schloss näherten, bemerkte ich, dass der ganze Park noch tief und fest schlief. Die großen Brunnen waren alle noch mit Holzwänden zugedeckt, um sie vor dem Frost zu schützen. Das sah ein bisschen aus, als hätten die Statuen sich in kleine Hütten zurückgezogen, um ungestört eine Runde zu schnarchen. Aber ein paar ganz mutige Frühlingsblümchen reckten schon ihre bunten Köpfe aus der Erde.
Um Punkt 13 Uhr war es dann so weit: Unser Slot für die Schlossbesichtigung war gekommen. Leider durften wir drinnen keine Fotos machen, deshalb müsst ihr euch jetzt ganz fest auf meine Beschreibungen verlassen.
Sparfüchse im Märchenschloss und der verschwundene Kleiderschrank
Stellt euch vor: Dieses riesige Schloss hat insgesamt 70 Räume. Aber wisst ihr, was das Verrückteste ist? Nur 20 davon sind wirklich fertig geworden. Die Führung startete in einer Empfangshalle, die so prunkvoll war, dass ich fast geblendet wurde. Überall glänzte und funkelte es. Wir erfuhren, dass der Marmor an den Wänden gar kein echter, schwerer Stein war. Ich fand das eigentlich ziemlich schlau von Ludwig. Indem er Gips so bemalen ließ, dass er wie echter Marmor aussah, konnte er nämlich eine ganze Menge Kosten sparen. Aber wisst ihr was? Trotz dieser klugen Sparfüchsigkeit ist ihm am Ende trotzdem das Geld ausgegangen. Da sieht man mal wieder: Man kann noch so schlau versuchen zu sparen, wenn man sich ein ganzes Versailles nachbauen will, ist der Geldbeutel irgendwann einfach leer und die Räume bleiben kahl.

Dann sind wir die Prunktreppe hinaufgestiegen. Schon hier wurde mir klar: Dieser Ludwig II. lebte in seiner ganz eigenen Traumwelt. Im Gardesaal gab es an der Decke riesige Gemälde. Die Führerin erklärte uns, dass wir die Räume eigentlich in der völlig falschen Reihenfolge besichtigen. Ludwig war nämlich eine echte Nachteule. Er schlief den ganzen Tag und stand erst auf, wenn es draußen dunkel wurde. Die Gemälde an den Decken bilden seinen Tagesablauf ab, und da er nachts von seinem Schlafzimmer in Richtung Prunktreppe lief, sind die Bilder genau für diesen Weg ausgerichtet worden. Für uns Besucher war also alles quasi rückwärts.
Im nächsten Raum habe ich den teuersten Kleiderschrank der Welt gesehen. Oder besser gesagt: Ich habe gesehen, wo er hätte stehen sollen. Er wurde nämlich nie fertiggestellt. Ich habe mich gefragt, wie viele Tenrek-Söckchen da wohl hineingepasst hätten. Wahrscheinlich Millionen.
Spiegelzauber und das magische Tischlein-deck-dich
Besonders cool war der Ochsenaugensaal. Dort gab es einen Wahnsinns-Spiegeleffekt. Wenn man in die Spiegel schaute, sah der Raum aus, als würde er bis in die Unendlichkeit weitergehen. Ich dachte kurz, ich sehe hundert kleine Vikis. Das wäre ein Spaß gewesen.
Dann kamen wir in einen Raum, der eine exakte Kopie des Schlaf- und Audienzraumes von König Ludwig XIV. aus Versailles war. Papa flüsterte mir zu, dass dies einer der teuersten Räume überhaupt gewesen sei. Die Textilien dort wurden alle mühsam von Hand gestickt. Da kriegt man doch bestimmt ganz schreckliche Pfötchen-Krämpfe.

Mein persönliches Highlight war aber die Spiegelgalerie. Die ist tatsächlich noch ein Stück länger als das Original in Versailles. Ein riesiger Saal voller glitzernder Spiegel. Und dann kam das Beste: Das Esszimmer mit dem "Tischlein-deck-dich"-Tisch. Dieser Tisch konnte mechanisch in das Untergeschoss abgesenkt werden. Dort wurde er gedeckt und kam dann wie von Geisterhand wieder nach oben. So konnte der König ganz alleine essen. Im Keller durften wir uns die Mechanik dazu sogar ansehen. Das war Technik, die mich als kleinen neugierigen Tenrek total begeistert hat.
Wir sahen auch noch das echte Schlafzimmer von Ludwig II. sowie sein Ankleidezimmer. Zum Schluss gingen wir dann noch die zweite Prunktreppe hinab, die aber eben nicht fertig gebaut wurde. Da hingen einfach nur die nackten Ziegelsteine an den Wänden. Sogar das Badezimmer des Königs wollten wir besichtigen, aber das wurde leider gerade saniert.
Der große Erdbeerkuchen-Raub und die Heimreise
Nach all diesen vielen Eindrücken brauchten wir erst mal eine ordentliche Stärkung. Mama kaufte im Museumsshop eine Badeente, die wie Ludwig II. aussah. Die war so unglaublich lustig. Und Papa? Der überredete Mama zu einem Stück Kuchen. Der Erdbeerkuchen, den wir uns dort bestellten, sah einfach göttlich aus. Die Erdbeeren glänzten in der Sonne und die Sahne war so weiß und flauschig.

Als Mama und Papa kurz abgelenkt waren, schlug meine große Stunde. Blitzschnell, wie nur ein Tenrek sein kann, habe ich mir heimlich ein Stückchen von einer süßen Erdbeere geschnappt. Oh, das war so unbeschreiblich lecker. Aber pssst, das bleibt bitte unter uns, okay?
Frisch gestärkt machten wir uns dann wieder auf den Weg zur Fähre. Die Heimreise im Auto war zwar lang, aber ich habe die ganze Zeit von goldenen Schlössern und mechanischen Tischen geträumt. Salzburg war ein tolles Abenteuer, und der Besuch auf Herrenchiemsee war der perfekte Abschluss.
Ich hoffe, mein kleiner Bericht hat euch gefallen. Ich bin schon ganz gespannt, wohin uns die nächste Reise führt. Was glaubt ihr, wo sollte eine kleine Abenteurerin wie ich als Nächstes hinflippen?