Gähn! Könnt ihr glauben, dass der Tag für eine kleine, flauschige Tenrek-Dame wie mich heute schon um fünf Uhr morgens begann? Eigentlich kuschele ich mich um diese Uhrzeit am liebsten noch tiefer in meine Decke, aber heute lag eine ganz besondere Knisterspannung in der Luft. Mama ist sogar schon zehn Minuten früher aus dem Bett gehüpft. Ich vermute ganz stark, dass sie von einer wilden Vorfreude-Hummel gestochen wurde!

Für unsere große Überfahrt vom heimischen Gosbach ins ferne Salzburg mussten wir natürlich bestens gerüstet sein. Also packten unsere zwei Aufpasser, Mama und Papa, reichlich Proviant ein: Leckere fleischliche Genüsse für die Raubtiere unter uns, herrlich duftende, selbst gebackene Brezeln und natürlich das Wichtigste überhaupt – jede Menge Süßigkeiten, die wir liebevoll "Schnupp" nennen! Eine Reisegruppe reist schließlich nicht mit leerem Magen.

Unsere furchtlose Reisegruppe

Damit ihr genau wisst, wer sich auf dieses Abenteuer gewagt hat, stelle ich euch unsere tapfere Truppe einmal vor. Mit von der Partie waren:

  • Ich, Klein Viki: Die abenteuerlustige Tenrek-Dame mit der feinen Spürnase.

  • Grummel Hummel: Unser ständiger Begleiter, der eigentlich gar nicht so grummelig ist.

  • Mein geliebter Bruder, mini Christopher: Immer für einen Schabernack zu haben!

  • Patrick Seestern: Der ruhende Pol aus dem Ozean.

  • Duke und Baby Viki: Unsere treuen Kuschelfreunde.

  • Mama und Papa: Unsere zwei großen Aufpasser. Die mussten wir leider mitnehmen, damit die wunderschöne Stadt Salzburg auch nach unserem Besuch am Wochenende noch unbeschadet steht. Man weiß ja nie!

Eine rasante Fahrt und der Verrat am Chiemsee

Nachdem alles in den Taschen verstaut war und der Kaffeeduft durch das Haus wehte, starteten wir endlich los. Mama saß zuerst am Steuer und legte gleich zu Beginn auf der Autobahn eine kleine Achterbahn-Einlage ein. Wir Kuscheltiere purzelten fast durcheinander! Die Ausrede? Angeblich war der leuchtende Mond schuld, der Mama so schöne Augen gemacht und sie völlig abgelenkt hat. Typisch Mama!

Kurz vor Augsburg hat Papa dann glücklicherweise das Kommando übernommen und uns sicher bis zum Chiemsee chauffiert. Dort legten wir unseren ersten großen Boxenstopp ein, denn unser Auto war schrecklich durstig und brauchte dringend eine kleine Pause an einer Strom-Steckdose.

Und dann passierte das Unfassbare! Genau neben einer JVA gab es eine kleine Einkaufsmeile, in der Mama mit ihren Adleraugen sofort einen Drogeriemarkt entdeckte. Zu unserer absoluten Entrüstung ließen uns die beiden Aufpasser einfach völlig allein im Auto zurück und spazierten ohne uns in den Laden! Wir drückten unsere kleinen Nasen an die Fensterscheibe und warteten. Als Papa endlich zurückkam, trug er eine riesige Vorratspackung Taschentücher. Wir dachten schon, Mama wollte wieder den halben Laden leerkaufen! Später hat uns ein kleines Vögelchen gezwitschert, dass sie eigentlich nur ihre Papiertaschentücher vergessen hatten, Mama dann aber unbedingt eine Sonderedition von "Alles steht Kopf 2" haben wollte.

Puh, noch mal Glück gehabt! Das Wichtigste an dieser Geschichte: Es gab keinen unerwarteten Kuscheltier-Zuwachs. Unser klares Fazit: Mehr Platz und mehr Proviant (insbesondere Gummibärchen) für uns!

Das Drama um die Salzburg Card

Nach einer kleinen, aber feinen Stärkungspause rollten wir weiter in Richtung Salzburger Zoo. Pünktlich um halb zehn Uhr morgens kamen wir an und ergatterten sofort einen fantastischen Parkplatz. Das Leben hätte so schön sein können!

Doch an der Kasse folgte der große Schock: Die vermeintliche "Salzburg Card", die Papa ganz modern und digital gekauft hatte, entpuppte sich als bloßer Gutschein. Die Dame an der Kasse erklärte uns freundlich, aber bestimmt, dass wir nun zu einer offiziellen Verkaufsstelle fahren müssten, um die eigentlichen Karten abzuholen.

Oh je! Was nun folgte, war abenteuerlicher als jede Dschungelexpedition. Salzburg erwies sich nämlich als absolut nicht autofreundlich. Kurzzeitparkplätze? Fehlgeschlagen! Verkaufsstellen? Tief in der historischen Innenstadt versteckt, wo natürlich kein Auto fahren darf! Wir kurvten herum und hatten so das zweifelhafte Vergnügen, das berühmte Sacher Hotel gleich mehrmals von allen Seiten zu begutachten. Papa stand kurz vor einem Nervenzusammenbruch und drohte wild gestikulierend, den gesamten Urlaub auf der Stelle abzubrechen. Wir Kuscheltiere hielten im Rucksack kollektiv den Atem an.

Schließlich, nach einer gefühlten Ewigkeit, fanden wir am Bahnhof ein rettendes Parkhaus in unmittelbarer Nähe zu einer der heiß ersehnten Verkaufsstellen. Wir waren alle so erleichtert! Zum Glück hatte Papa vorher diese riesige Packung Taschentücher gekauft. So konnten wir uns nun wie vornehme Damen und Herren den kalten Schweiß von der Stirn tupfen.

Das Finden der Verkaufsstelle war eine weitere Herausforderung, da der Bahnhof für Fremde wie ein riesiges Labyrinth wirkte. Zum Glück war unser Ziel grün markiert. Papa hatte im Auto noch gedroht, auf das Pult der Verkaufsstelle zu springen, falls es weitere Probleme gäbe – er musste nämlich eigentlich schon seit der Ankunft am Zoo ganz dringend auf die Toilette!

Endlich im Zoo: Von lauten Vögeln und hungrigen Alpakas

Zurück am Zoo war das Glück wieder auf unserer Seite. Papa fand erneut einen super Parkplatz, wir durften ganz ohne Warteschlange eintreten und die nette Dame an der Kasse hat sich sogar an uns erinnert und freute sich, dass alles doch noch geklappt hat. Mama nutzte die gute Stimmung direkt, um Papa schon am Eingang zu drohen, dass sie den Souvenirladen später komplett leerkaufen würde.

Mit einer deutlich erleichterten Blase von Papa konnte unsere tierische Entdeckungstour dann endlich starten. Gleich am Eingang begrüßten uns wunderschöne, rosa leuchtende Flamingos. Die waren vielleicht mitteilungsbedürftig! Ein Geschnatter ohne Ende. Wir sollten allerdings später noch feststellen, dass es noch weitaus schlimmere Schreihälse in der Tierwelt gibt.

Wir spazierten weiter zu den Nandus, die lustig in der Gegend herumstaksten. Die "Großen Mara" haben wir leider verpasst, aber direkt daneben standen die flauschigen Alpakas und waren fleißig am Kauen. Da meldete sich sofort mein Bruderherz, der liebe mini Christopher, und verlangte lautstark ebenfalls etwas zu essen. Kauen macht eben hungrig!

Im Tropenhaus wurde es dann richtig spannend. Die gehaubten Kapuzineraffen und die kleinen, flinken Totenkopfaffen kamen gerade aus ihrem nächtlichen Unterschlupf geklettert. Dort drin haben wir mit unseren scharfen Augen auch zwei winzige Pfeilgiftfrösche entdeckt – einen in strahlendem Blau und einen in leuchtendem Gelb. Ein "Falsches Chamäleon", unzählige gemütliche Schildkröten und sogar ein kleiner Mini-Rochen teilten sich dieses warme, feuchte Zuhause.

Raubkatzen und ein mutiger mini Christopher

Dann wurde es majestätisch! Wir besuchten die Großkatzen: den Jaguar, den Schneeleoparden und den Puma. Die Jaguare präsentierten sich in ihrem vollen, gefleckten Glanz. Der Allergrößte von ihnen hatte sich einen ganz besonderen Lieblingsplatz ausgesucht – eine Schaukel, die aus einer einfachen Europalette gebastelt war. Dort schaukelte er sanft hin und her. Ich gebe zu, da wurde ich ein bisschen neidisch, ich schaukele nämlich auch für mein Leben gern!

Beim Puma mussten wir unsere Köpfe ganz weit in den Nacken legen. Er hatte sich so weit oben versteckt, dass wir nur seine flauschigen Ohren und den Kopf erkennen konnten. Auch der Schneeleopard spielte erst Verstecken mit uns, bis wir überrascht feststellten, dass er eigentlich direkt vor unseren Nasen lag. Er ließ sich von uns Besuchern überhaupt nicht stören und führte in aller Seelenruhe seine ausgiebige, morgendliche Fellpflege durch. Mini Christopher war so begeistert, dass er am liebsten sofort aus dem Rucksack gesprungen wäre, um die große Katze zu streicheln! Mama und Papa mussten ihm das mit vereinten Kräften ganz schnell ausreden.

Auf der gegenüberliegenden Seite trafen wir auf das "Chaco-Pekari", eine wilde Schweineart, in die sich Mama sofort Hals über Kopf verliebte. Den Mähnenwolf haben wir mit unseren feinen Nasen zwar deutlich riechen können, aber gesehen haben wir ihn leider nicht. Er spielte wohl lieber unsichtbar.

Umbaumaßnahmen und stachelige Begegnungen

In der begehbaren Vogelvoliere war leider kein einziger Vogel draußen. Es war eben noch sehr früh im Jahr, erst März, und den Vögeln war es wohl noch zu frisch. Nebenan bei den Emus war dafür umso mehr los! Das Fachpersonal war eifrig dabei, das Gehege umzugestalten, und die Emus schauten mit langen Hälsen extrem aufmerksam zu. Sie achteten penibel darauf, dass auch wirklich jeder Ast und jeder Stein genau dort platziert wurde, wie es im Bauplan besprochen war. Die Parmakängurus, die sich das Gehege mit den Emus teilen, ließen sich vom Baulärm überhaupt nicht stören. Sie kuschelten sich im Familienverbund eng aneinander und träumten vor sich hin.

Unser Weg führte uns weiter ins Afrikadorf. Wow, die Watussirinder hatten vielleicht riesige Hörner! Auch der imposante Burenziegenbock flößte uns ordentlich Respekt ein. Ein lustiges Nackthalshuhn, ein treudoofer Hausesel und eine schnatternde Höckergans machten das dörfliche Bild perfekt.

Direkt neben einem original großen Nashornskelett passierte dann etwas Faszinierendes: Wir sahen ein echtes Stachelschwein! Uhi, ich staunte nicht schlecht. Die haben ja unfassbar lange Stacheln! Da sind meine eigenen, feinen Tenrek-Stacheln ja winzig und absolut kuschlig dagegen. Ein freilaufender, stolzer Pfau hatte sich zu dem Stachelschwein gesellt. Die beiden schienen sich bestens zu kennen und wirkten, als hätten sie sich gerade zu einem gemütlichen Nachmittagskaffee verabredet – oder was auch immer ein Pfau und ein Stachelschwein zusammen trinken. Mini Christopher fand das so spannend, dass er direkt versuchen wollte, bei dieser Kaffeerunde mitzumischen. Aber unsere zwei Aufpasser waren hellwach, bemerkten den Fluchtversuch sofort und schnappten ihn sanft, aber bestimmt am Schlawittchen.

Unter lautem Protest meines Bruders ging es für uns zurück in die weiche Seitentasche des Rucksacks. Von dort aus beobachteten wir das mächtige Breitmaulnashorn, die putzigen Kattas und die flinken Zebramangusten. Nebenan wohnten die Kamerunschafe, die scheinbar die Aufgabe hatten, die gesamte tierische Nachbarschaft zu unterhalten. Am Anfang war ihr Gemecker ja noch ganz lustig, aber irgendwann wurde uns das ständige "Gemääääckere" einfach viel zu laut. Wir hielten uns fast unsere kleinen Ohren zu! Der Gepard befand sich leider noch tief im Wintermodus, sein Revier war leer und unbewohnt.

Eine Modenschau auf Moos und schwimmende Pinguine

Weder der Biber noch die Löwen wollten sich uns an diesem Tag zeigen. Aber wir machten das Beste daraus! Mini Christopher nutzte die Gelegenheit und veranstaltete auf einem wunderschönen, weichen Moosteppich kurzerhand eine eigene kleine Modenschau, während wir applaudierten. Die Pinselohrschweine und die eleganten Dianameerkatzen teilten sich friedlich einen gemeinsamen Lebensraum und sahen sehr zufrieden aus.

Auf dem Weg zu den Pinguinen spazierten wir an den Litschi-Wasserböcken (was für ein lustiger Name!), den stattlichen Rappenantilopen und uralten Riesenschildkröten vorbei. Bei den Pinguinen angekommen, bekamen wir eine fantastische, lustige Show geboten! Die kleinen Frackträger präsentierten uns stolz ihre eleganten Schwimmkünste unter Wasser und ihre eher watschelige Sprungfähigkeit an Land. Unser fachmännisches Urteil: Schwimmen können sie definitiv besser als Springen!

Wir entdeckten noch eine zweite Gruppe Zebramangusten, die ein überaus geselliger Haufen war. Sie ließen sich von uns überhaupt nicht stören und waren voll damit beschäftigt, wüste Fluchtversuche zu planen. Der Aushub eines geheimen Tunnelsystems nach draußen war bereits voll im Gange!

Zurück in Richtung des Ausgangs trafen wir noch auf die tiefenentspannten Capybaras, die wunderschönen weißen Polarwölfe und die flinken Eurasischen Fischotter. Der Bär und der Vielfraß befanden sich bedauerlicherweise noch im tiefen Winterschlaf, und auch die Mäuse und Ratten haben sich erfolgreich vor unseren neugierigen Blicken versteckt.

Bei den Steinböcken legten wir noch einen kleinen Halt ein und bewunderten diese edlen, kletterfreudigen Tiere ausgiebig. Fast am Ende unseres Rundgangs musste Mama natürlich unbedingt noch in den Streichelzoo. Sie war so verliebt in ein Mini-Schweinchen, dass sie leise anfing, mit dem kleinen Kerlchen einen Ausbruch zu planen! Glücklicherweise hat Papa da nicht mitgespielt. Das allerletzte Tier, das wir uns an diesem wundervollen Tag im Zoo ansahen, war der unfassbar süße, rote Panda. Da schmolzen selbst unsere kleinen Kuscheltierherzen dahin.

Natürlich gab es am Schluss noch den obligatorischen, aber zum Glück sehr kurzen Stopp im Souvenirladen. Zu unserer großen Erleichterung endete dieser Besuch ganz ohne neue Kuschelfreunde. Unser Rudel bleibt also exklusiv! Alles in allem war es ein fantastischer, spannender und wunderschöner Zoobesuch, den wir so schnell nicht vergessen werden.

Boxenstopp und erste Erkundungen in der Innenstadt

Nach so vielen Eindrücken brauchten wir erst einmal eine ausgiebige Pause in unserem weichen Hotelbett. Wir streckten alle viere von uns und ließen uns die Bäuche kraulen. Frisch ausgeruht nutzten wir am späten Nachmittag die Straßenbahnlinie 3, um in Richtung Innenstadt zu rollen und erste Erkundungen in der Salzburger Altstadt zu machen.

Wir wollten uns einen kurzen Überblick über all die tollen Sehenswürdigkeiten verschaffen, die wir in den kommenden Tagen noch genauer unter die Lupe nehmen wollen. Ganz oben auf der Liste standen das berühmte Geburtshaus von Mozart sowie sein Wohnhaus. Wir schnupperten ein bisschen historische Luft! Danach schlenderten wir durch das majestätische Domviertel und standen erwartungsvoll vor dem Weihnachtsmuseum, welches – zu unserer großen Enttäuschung – leider wegen Urlaub geschlossen war. Ein Weihnachtsmuseum im Urlaub, wer hätte das gedacht!

Nach diesem herrlichen Überblick spazierten wir zurück ins Hotel und haben uns bei einem fantastischen Abendessen kulinarisch wieder richtig aufgeladen. Das war ein aufregender Tag! Nun fallen uns allen aber wirklich die kleinen Knopfaugen zu. Gute Nacht, liebe Welt!

Wohin uns unsere kleinen Pfoten und unsere zwei großen Aufpasser wohl morgen mit uns hin gehen?

Mehr zu unserem Ausflug findest du unter: Zwischen Mozart-Kugeln und moderner Rumpelkammer – Mein großer Museums-Marathon in Salzburg