Hallo liebe Freunde der flauschigen Abenteuer und treuen Leser unseres kleinen, aber feinen Reise-Blogs! Heute müsst ihr euch nicht wundern, wenn die Stimme ein ganz klein wenig tiefer und heldenhafter klingt als sonst. Heute hat nämlich nicht meine geliebte, große Schwester Klein Viki die Tasten unter ihren Pfötchen, sondern ich! Richtig geraten, hier spricht euer Mini Christopher, der furchtloseste männliche Tenrek, der jemals einen Wanderrucksack von innen gesehen hat.

Heute war es nämlich wieder einmal absolut soweit: Die Kuscheltiere im Haus mussten den Tag und vor allem die Laune unseres liebsten Zweibeiners retten. Es war Freitagnachmittag. Die Sonne schien durch die Fensterscheiben, der Staub tanzte in den Lichtstrahlen, und plötzlich durchbrach ein Geräusch die Stille des Arbeitszimmers. Klapp! Papa klappte seinen Laptop mit einem so tiefen, erschöpften Seufzer zu, dass sogar meine weichen Stacheln kurz im Windhauch zitterten. Er rieb sich die Augen und sprach die magischen, aber furchtbar müden Worte: "Gott sei Dank, ist jetzt Wochenende."

Wenn man als empathischer kleiner Tenrek so etwas hört und dieses erschöpfte Gesicht sieht, dann schrillen sofort alle inneren Alarmglocken. Alarmstufe Rot im Kuscheltier-Hauptquartier! Da wusste ich sofort: Ich muss mit Papa dringend etwas unternehmen, damit er wieder gute Laune bekommt und das Wochenende nicht mit trüben Gedanken beginnt. Ein Tenrek hat schließlich Verantwortung für sein Rudel!

Traurige Pinguin-Schnatterei und der Gummibärchen-Masterplan

Während ich also fieberhaft überlegte, wie ich Papa am besten aus seiner Wochenend-Lethargie befreien könnte, fiel mein Blick in Richtung des Schlafzimmers. Da fiel mir schlagartig ein, dass Jorge, der kleine, tapfere Mini-Pinguin, dort schon den ganzen Tag ganz traurig auf dem großen Bett saß. Ich schlich mich auf leisen Sohlen (und das ist bei Tenrek-Beinchen wirklich sehr leise) heran und hörte ihn leise vor sich hin schnattern: "Ich vermisse den Großen..."

Das brach mir fast mein kleines, weiches Stoff-Herz. Auch ich vermisse den Rest unserer wilden Rasselbande sehr, wenn wir nicht alle zusammen sind. Und Papa? Nun, Papa ist, wenn er glaubt, dass wir Kuscheltiere gerade nicht hinschauen oder in die andere Richtung blinzeln, oft auch sehr traurig. Die Stimmung war also auf einem absoluten Tiefpunkt, der dringend eine heldenhafte Intervention erforderte.

Das bedeutete für mich als temporären Einsatzleiter: Ich muss heute gleich zwei meiner allerliebsten Kameraden aufmuntern! Ein gewaltiges Vorhaben, das extreme Energie erforderte. Also habe ich mir erst einmal blitzschnell zwei rote Gummibärchen in den Mund gesteckt. Gummibärchen sind für uns Tenreks wie Raketentreibstoff, das müsst ihr wissen. Mit einem ordentlichen Zuckerschub im Bauch flitzte ich zu Papa, zupfte an seinem Ärmel und wies ihn mit einem strengen, aber liebevollen Tenrek-Blick an, sofort den großen Wanderrucksack zu packen.

"Papa, keine Zeit für Müdigkeit!", funkte ich ihm telepathisch zu. "Und ja nicht die Action-Cam vergessen! Das wird episch!" Jorge schnappte ich mir kurzerhand mit der anderen Pfote, bugsierte ihn in die Seitentasche des Rucksacks, und dann hieß es: Ab ins Auto und los! Unser Ziel stand fest: Der Breitenstein bei Ochsenwang. Ein sagenhafter Aussichtspunkt am Rande der Schwäbischen Alb, von dem man fast bis ans Ende der Welt blicken kann. Zumindest aus der Perspektive eines kleinen Pinguins und eines Mini-Tenreks.

Die große Breitenstein-Enttäuschung und Plan B

Die Fahrt war herrlich, der Fahrtwind umwehte das Auto, und Jorges Schnattern wurde von Minute zu Minute aufgeregter. Doch als wir am Parkplatz des Breitensteins ankamen, traf uns fast der Schlag. Wir stellten mit Entsetzen fest, dass es dort viel, viel zu voll war. Gefühlt die halbe Menschheit hatte die gleiche Idee gehabt. Überall Autos, wuselnde Wanderer, klappende Autotüren. Nein, das war absolut nichts für zwei kleine Stofftiere, die ein bisschen Ruhe, Exklusivität und ungestörte Natur für sich und ihren Papa suchten.

Jorge ließ die kleinen Pinguin-Flügel hängen, aber Papa – der langsam wieder in seinen alten Abenteurer-Modus zurückfand – hatte sofort einen genialen Plan B in der Tasche. Er schlug vor, wir würden einfach kurz rüber zur Burgruine Reußenstein fahren. Gesagt, getan! Die Reifen rollten wieder, und circa 15 Minuten später waren wir bereits auf dem malerischen Weg zur Burg, der uns durch dichte, grüne Wälder und über kleine Pfade führte.

Der Abgrund des Hungers und heiße Steine

Der Fußweg vom Parkplatz bis zur Burgruine Reußenstein ist normalerweise ein wunderschöner Spaziergang, aber für kleine Abenteurer birgt er auch Gefahren. Kurz vor der Burg kamen wir an einer sehr offenen, ungeschützten Stelle vorbei. Ich wagte einen vorsichtigen Blick über die Kante, und mir blieb fast das Gummibärchen im Hals stecken! Da ging es buchstäblich senkrecht den nackten Felsen hinunter in das Neidlinger Tal.

Nein, das war absolut nichts für mich. Ich trat sofort den taktischen Rückzug in die Mitte des Weges an. Versteht mich nicht falsch: Mir würde ja, so unglaublich gut und weich ich gepolstert bin, bei einem Absturz rein gar nichts passieren. Ich würde unten im Tal sanft wie eine flauschige Federkugel landen. Aber das eigentliche Drama wäre ein ganz anderes gewesen: Ich würde ja jämmerlich verhungern, bis Papa den weiten, komplizierten Weg zur Felswand hinunter gelaufen wäre, um mich wieder zu holen! Das Risiko einer verpassten Gummibärchen-Mahlzeit war einfach zu hoch.

Weiter ging es zur Burg. Als die alten, dicken Steinmauern vor uns aufragten, durchfuhr mich ein kleiner Schauer der Erinnerung. Oh, ich erinnere mich noch sehr gut daran, als wir das letzte Mal hier waren. Damals war tiefster Winter, und die unzähligen, ungleichen Stufen hinauf zur Burgruine waren so extrem vereist und spiegelglatt, dass man sich eher wie auf einer olympischen Bobbahn fühlte als auf einer historischen Festung.

Aber heute? Wir gingen wieder voller Vorfreude in den inneren Burghof, und dieses Mal war der Weg ganz angenehm und trocken. Allerdings herrschten hochsommerliche 32 Grad Celsius im Schatten! Die alten Steine strahlten die Wärme ab wie ein gemütlicher Kachelofen. Jorge war total begeistert. Seine kleinen schwarzen Knopfaugen leuchteten, denn er hatte diese majestätische Burg bisher in seinem ganzen Pinguin-Leben noch nie gesehen. Er watschelte aufgeregt von einer Mauer zur anderen und staunte über die dicken Wände, die vor hunderten von Jahren von Rittern erbaut wurden.

Die rasenden Stofftiere und das harte Leben als Model

Nachdem wir uns an die Hitze von 32 Grad Celsius gewöhnt hatten, ließ Papa uns endlich von der Leine – bildlich gesprochen natürlich. Er setzte Jorge und mich auf den Boden und ließ uns ein paar Schritte voraus laufen. Und dann gab es absolut kein Halten mehr für uns beide!

Die frische Luft, die Weite der Ruine, das Gefühl von Freiheit! Wir flitzten die alten Steinstufen hoch und wieder runter, von der linken Burgmauer zur rechten und wieder zurück in den Innenhof. Es war ein wilder, fröhlicher Tanz aus grauen Stacheln und schwarzem Pinguin-Gefieder. Papa versuchte anfangs noch, mit seiner schweren Kameraausrüstung hinter uns her zu kommen, aber irgendwann gab er schnaufend und lachend auf. Die Jugend ist eben einfach zu schnell!

Wir fanden ihn dann kurze Zeit später völlig verschwitzt im unteren, kühleren Bereich der Burg wieder. Dort baute er mit akribischer Genauigkeit seine Action-Cam auf einem kleinen Stativ auf, um eine Zeitrafferaufnahme vom Tal zu machen. Eine Zeitrafferaufnahme! Das ist so eine Technik, bei der die Zeit ganz schnell vergeht. Ich setzte mich auf einen sonnenwarmen Stein und stellte mir kurz vor, ob ich dann, während die Kamera läuft, in extremer Zeitlupe davor meine Gummibärchen essen müsste, damit es im fertigen Film normal aussieht. Ein Gummibärchen in Zeitlupe kauen... unmöglich! Die reine Folter! Ich stieß diesen absurden Gedanken sofort wieder ganz weit weg. Gummibärchen müssen zügig und mit Genuss verspeist werden.

Aber die Arbeit rief. Jorge und ich mussten dann nämlich noch als professionelle Models strammstehen. Papa hat schließlich immer, wirklich immer, sein Smartphone griffbereit, um unzählige Fotos von uns zu machen, die er dann bewundern kann. Wir posierten auf alten Mauervorsprüngen, blickten verwegen in die Ferne und ließen uns von der Abendsonne das Fell und die Federn wärmen. Jorge hat sich als Naturtalent erwiesen, er stand da wie eine kleine, stolze Statue aus der Antike.

Magie in der Dunkelheit und der Heimweg

Während wir von einer heldenhaften Pose in die nächste wechselten, hat die Action-Cam unermüdlich den atemberaubenden Sonnenuntergang aufgenommen. Der Himmel über der Schwäbischen Alb färbte sich erst in ein leuchtendes Orange, das mich stark an meine Lieblings-Limo erinnerte, und ging dann langsam in ein tiefes, sattes Dunkelblau und Lila über.

So eine richtige, professionelle Zeitrafferaufnahme braucht allerdings ziemlich viel Zeit und noch mehr Geduld. Fast zwei volle Stunden hat es gedauert! Wir saßen alle drei ganz still und andächtig beisammen und beobachteten, wie die Schatten länger wurden und die ersten Sterne am Himmel anfingen zu funkeln. Es war ein Moment der absoluten Ruhe und Zufriedenheit. Jorges Schnattern war einem glücklichen Schweigen gewichen, und auch auf Papas Gesicht lag endlich wieder ein entspanntes, glückliches Lächeln. Mission "Wochenend-Rettung" war ein voller Erfolg!

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Es war schon richtig dunkel und die Fledermäuse begannen ihre Runden um die alten Burgtürme zu drehen, als Papa seine Ausrüstung zusammenpackte und leise sagte: "Wir gehen jetzt, meine kleinen Helden."

Erschöpft, aber mit Herzen, die so voll mit schönen Erinnerungen waren, dass sie fast überliefen, ließen wir uns in den Rucksack gleiten und sicher zum Auto tragen. Was für ein fantastischer Freitagabend!

Jetzt liegen wir wieder sicher im weichen Bettchen, die Stacheln sind gekämmt, die Federn gerichtet. Ich bin gespannt, welche Abenteuer die restlichen Tage noch für uns bereithalten.

Sagt mal, liebe Reisefreunde: Habt ihr auch schon mal heimlich eine Burgruine im Dunkeln erobert, oder kuschelt ihr euch bei Einbruch der Nacht lieber tief unter die Bettdecke?